24.09.2026

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Ein Speicher, alle Erlöse: MiSpeL-konform gerechnet
Use Case

FCA im Windnetz Nordfriesland: Die regelbasierte Einspeisegrenze kostet 0,6 Prozent, der Regelleistungsausschluss 33

Ein 10-MW-Speicher im Windnetz, fünf Vertragsvarianten: Die regelbasierte Einspeisegrenze aus dem Netzmodell kostet 0,6 Prozent Erlös. Der Ausschluss der Regelleistung kostet 33 Prozent und halbiert den Kapitalwert.

Use Case Eckdaten

−0,6 %

Erlös mit regelbasierter Grenze

−33 %

Erlös ohne Regelleistung

36,6 %

Rendite mit Grenze

14,9 Mio

Kapitalwert mit Grenze

Ausgangslage. Ein Standalone-Speicher mit 10 MW und 20 MWh in einem windgeprägten Netzgebiet in Nordfriesland. Statt auf den vollen Anschluss zu warten, bietet der Netzbetreiber eine flexible Netzanschlussvereinbarung an (FCA, § 17 Abs. 2b EnWG). Die Frage ist nicht, ob der FCA den Speicher Geld kostet. Die Frage ist, welche Zeile im Vertrag wie viel kostet. Deshalb rechnen wir nicht "den FCA", sondern fünf Vertragsvarianten am selben Speicher.

Modellfall, keine Kundenreferenz: Der Speicher ist generisch, die Einspeisegrenze ist echt. inframind hat sie in der Netzsimulation für das Netzgebiet berechnet, als Zeitreihe je Viertelstunde für das Jahr 2025.

Methodik

Fünf Läufe in minimum energy, gleicher Speicher, gleiche Preise, nur der Vertragstext ändert sich. Referenz ist der volle Anschluss ohne FCA. Variante zwei nimmt die regelbasierte Einspeisegrenze als Randbedingung in die Einsatzoptimierung, über alle 35.040 Viertelstunden. Variante drei schließt zusätzlich FCR und aFRR aus. Varianten vier und fünf legen darauf eine Rampe von 2 beziehungsweise 0,5 Prozent der Nennleistung pro Minute. Rahmen: Day-Ahead, Intraday-Auktion und kontinuierlicher Intraday, FCR und aFRR, Preisjahr 2025 (ENTSO-E, regelleistung.net), Investition 5,6 Mio. € (280 €/kWh), 20 Jahre, 8 Prozent Zinssatz, maximal 730 Vollzyklen pro Jahr, Restwert nach 20 von 30 Jahren Lebensdauer.

Ergebnis

Ohne Einschränkung erlöst der Speicher 2,18 Mio. € pro Jahr, die Hälfte davon aus der Regelleistung. Kapitalwert 15,0 Mio. €, Rendite 36,8 Prozent, Amortisation 2,7 Jahre.

  • Regelbasierte Einspeisegrenze: −0,6 Prozent Erlös. 13.000 € weniger im Jahr, Kapitalwert 14,9 Mio. €, Rendite 36,6 Prozent. Die Grenze greift in 14 Prozent der Viertelstunden, von September bis Januar rund um die Uhr. Sie verschiebt vor allem positive aFRR-Vorhaltung, die Arbitrage bleibt praktisch unberührt.
  • Dazu Regelleistung ausgeschlossen: −33 Prozent Erlös. Der Speicher fährt 471 statt 327 Zyklen und holt 370.000 € mehr am Spotmarkt. Das ersetzt ein Drittel der 1,1 Mio. € Regelleistungserlös. Kapitalwert 7,9 Mio. €, Rendite 23,6 Prozent.
  • Dazu Rampe 2 %/min: −36 Prozent. Rampe 0,5 %/min: −43 Prozent. Kapitalwert 7,3 beziehungsweise 5,9 Mio. €. Bei 0,5 Prozent pro Minute braucht der Speicher 200 Minuten von null auf volle Leistung, länger als seine eigene Entladedauer. Die Rampenwerte sind Untergrenzen, siehe Einordnung.

Warum die Grenze so wenig kostet: Sie greift, wenn viel Wind im Netz ist und der Strom billig. In den betroffenen Viertelstunden liegt der Day-Ahead-Preis im Mittel bei 63 €/MWh, in 14 Prozent davon bei null oder darunter. Der Speicher speist im Jahresmittel bei 153 €/MWh ein. Netzengpass und niedriger Preis haben dieselbe Ursache, deshalb weicht der Optimierer der Grenze fast verlustfrei aus.

Einordnung

Drei Grenzen der Rechnung gehören dazu. Erstens perfekte Voraussicht: Der Optimierer kennt Preise und Grenze für das ganze Jahr. Reale Handelsergebnisse liegen typischerweise 10 bis 20 Prozent unter dem Optimum, für alle fünf Varianten gleichermaßen. Zweitens ist die Rampe je Flussrichtung gesetzt. Der Optimierer kann sie mit einer gleichzeitigen Bezugs- und Einspeiseschleife teilweise umgehen, die Rampenverluste sind deshalb Untergrenzen. Drittens kostet jede Rampe unter 20 Prozent pro Minute faktisch die Regelleistung mit, weil aFRR die volle Leistung in fünf Minuten verlangt. Anteilige Teilnahme rettet wenig.

Fazit

Im Windnetz ist die Regelleistung der Punkt, über den es sich zu reden lohnt. Die regelbasierte Grenze kann der Anschlussnehmer annehmen, ohne seinen Business Case zu gefährden. Der Regelleistungsausschluss halbiert den Kapitalwert, und jede Rampe unter 20 Prozent pro Minute ist ein versteckter Regelleistungsausschluss. Wer mit diesen Zahlen zum Netzbetreiber geht, verhandelt über Vertragstext statt über Bauchgefühl.

Der Süden reagiert auf dieselbe Klausel anders: FCA im PV-Netz Niederbayern. Alle fünf Verträge, die Methodik und unsere Position stehen im Netzanschluss-Report Vol. 2, den wir gemeinsam mit inframind veröffentlicht haben. Dazu das Webinar mit inframind.

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