Ausgangslage. Ein 10-MW-Netzanschluss, ein Standalone-Speicher vor dem Zähler. Die Frage ist nicht, ob sich die Batterie rechnet, sondern auf welchen Märkten. Nur Day-Ahead-Arbitrage? Oder Cross-Market mit FCR und aFRR? Und was kostet es, wenn der Netzbetreiber die Leistungsänderung am Anschluss auf 1 % pro Minute begrenzt?
Methodik
Vier Szenarien wurden in minimum energy optimiert: Arbitrage-only mit und ohne Ramping-Auflage, Cross-Market mit fixer Auslegung (20 MWh / 10 MW) und Cross-Market mit frei optimierter Batteriegröße. Rahmen: Wirtschaftsjahr 2025, EPEX-Spotmärkte, Regelleistungspreise von Regelleistung.net, WACC 8 Prozent, 20 Jahre, 2 Prozent Degradation pro Jahr.
Ergebnis
Arbitrage allein liefert 1,22 Mio. € Erlöse pro Jahr und 6,3 Mio. € Kapitalwert bei 21 Prozent Rendite. Kommen FCR und aFRR dazu, verdoppeln sich die Erlöse fast auf 2,29 Mio. € — bei identischer Batterie und identischem Invest von 5,6 Mio. €. Der Kapitalwert steigt auf 17,3 Mio. €, die Rendite auf 40,9 Prozent, die Amortisation fällt auf 2,4 Jahre. Die Zyklenzahl bleibt mit 241 pro Jahr sogar unter dem Arbitrage-only-Betrieb.
Die Ramping-Auflage von 1 %/min kostet im Arbitrage-Betrieb 66.000 € Erlös pro Jahr und rund 560.000 € Kapitalwert. Eine technische Nebenbedingung, die in Excel niemand rechnet — hier steht sie in Euro im Vergleich.
Lässt man die Auslegung frei, wählt der Optimierer 33,3 MWh und holt 19,4 Mio. € Kapitalwert heraus. Die Rendite fällt dabei auf 30,6 Prozent bei 3,7 Mio. € Mehrinvest. Ob Kapitalwert oder Kapitaleffizienz zählt, entscheidet der Investor — die Software zeigt beide Wege.
Fazit
Nicht die Batterie entscheidet über den Business Case, sondern der Markt-Stack. Dieselben 5,6 Mio. € Invest liefern je nach Vermarktungsstrategie 6,3 oder 17,3 Mio. € Kapitalwert. Und Netzbetreiber-Auflagen wie Ramping sind kein Bauchgefühl-Risiko mehr, sondern eine bezifferbare Position.