Ausgangslage
Ein Industriestandort bezieht Strom über einen klassischen On-Site-PPA mit einer 2.300 kWp PV-Anlage. Strombedarf: 14.889 MWh/a. Laufende Energiekosten: 2,87 Mio. €/a. Die Frage: Lohnt sich ein Batteriespeicher, und unter welchem Vertragsmodell?
Szenario 1: Batterie ohne neuen Vertrag
Innerhalb der bestehenden PPA-Struktur lässt sich nur ein kleiner Speicher (2.843 kWh) rechtfertigen. Aus Projektsicht: 798k € Kapitalwert, 19,4 % Rendite, Amortisation 5,0 Jahre. Aufgeteilt auf die Stakeholder bleibt für den Investor 529k € (15,6 % IRR), für den Verbraucher nur 269k €. Beide teilen sich einen kleinen Kuchen, weil die Vertragsstruktur den Mehrwert deckelt.
Szenario 2: Batterie im Contracting/Tolling
Sobald die Batterie als Contracting-/Tolling-Modell strukturiert wird, ändert sich alles: Ein 6× größerer Speicher (17.833 kWh) wird wirtschaftlich. Aus Projektsicht 7,59 Mio. € Kapitalwert bei 22,2 % Rendite und 4,8 Jahren Amortisation. Entscheidend ist die Aufteilung: Der Investor trägt die Investition von 4,99 Mio. € und erzielt 2,24 Mio. € Kapitalwert bei 13,2 % IRR. Der Verbraucher bringt kein eigenes Kapital ein (kein CAPEX, kein Risiko) und gewinnt durch gesenkte Energiekosten dennoch 5,35 Mio. € Kapitalwert. Fast das Zehnfache an Projektwert, und beide Seiten stehen besser da als zuvor.
Szenario 3: Batterie und Vollversorgung
Mit einem Vollversorgungsmodell wird der Speicher nochmals größer (20.156 kWh). Aus Projektsicht 8,43 Mio. € Kapitalwert, 22,2 % Rendite, 4,8 Jahre Amortisation. Der Investor erreicht 2,21 Mio. € Kapitalwert (12,6 % IRR), der Verbraucher steigert seinen Vorteil auf 6,23 Mio. €, weiterhin ohne einen Euro CAPEX.
Der entscheidende Punkt: Win-Win für beide Seiten
Ohne neuen Vertrag teilen sich Investor und Verbraucher einen kleinen Kuchen. Mit dem richtigen Contracting-Modell wird der Kuchen fast 10× größer, und beide bekommen mehr: Der Investor ein solides Investment mit zweistelliger IRR, der Verbraucher massive Einsparungen ohne jegliches CAPEX.
Ergebnis
Nicht die Hardware ist der Hebel, das Vertragsmodell ist es. Klassische Tools rechnen nur das Gesamtsystem. minimum energy zeigt, was bei jedem einzelnen Stakeholder ankommt, und macht Verhandlungen damit überhaupt erst führbar.

